Was ist das Geschenk darin?

Gestern hat mir das das Leben eine wesentliche Ergänzung zu dem Thema  “Erfolg ist, was erfolgt ist” angeboten: Ein Weg von A nach B wollte gefahren, eine Strecke überwunden werden. Geplante Routine. Das Ziel war klar. Wir wurden erwartet. An die Route dahin gab es keine großen Erwartungen. An einer Kreuzung gab es eine unerwartete Entscheidung für einen nur scheinbar bekannten Weg. Erst: Irritation. Ängstlichkeit. Stress: Unbekannte Straßen taten sich auf. Der innere Autopilot half nicht weiter. Plötzlich gibt es eine neue Achtsamkeit für den Weg. Und damit am Straßenrand eine Unmenge an Geschenken: Mohnblumen am verwilderten Wegesrand. Bizarre Industrieanlagen. Riesige alte Speicher kleben an Betonriesen. Menschen und Autos sind verschwunden. Eine bizarre Traumwelt, nur für uns. Ruhe kehrt ein. Lachen löst den Stress ab. Ich spüre ganz klar die Möglichkeit einer inneren Entscheidung: Wir können uns darüber ärgern, dass wir einen Umweg gefahren und zwanzig Minuten zu spät an unserem Ziel angekommen sind. Oder: Wir nehmen die Geschenke der Bilder mit, die uns der unerwartete Weg hinter die Augen gemalt hat. Diese Geschenke kann ich dann einsammeln, wenn ich die Erwartungen – meine und die der anderen, an den Weg, an mich, an das Berechenbare – loslasse. Und mich öffne für das, was wirklich ist. Dann werden die Mohnblumen in der Industrielandschaft zu dem zusätzlichen Geschenk meines Lebens an mich. Wenn ich die Frage “Was erwarte ich? Was erwarten die anderen?” ersetze durch die Frage: “Was ist das Geschenk darin?” dann steigt die Lust am Leben.

  • Was war gestern für Sie das Geschenk in dem, was geschehen ist?