1. Woche: weglassen – vorstellen – geben

“Stell dir vor, das Stück Schokolade liegt auf Deiner Zunge und ganz, ganz langsam schmilzt es. Eine Geschmacksexplosion findet statt!”

Nina Stiewink

Natur-Herz, Schoki-Herz, Segens-Herz

Die erste Fastenwoche liegt hinter mir. Was hat mich bewegt?

Ich habe mich weiter mit dem Thema Brot und Zucker auseinandergesetzt und festgestellt: Brot ganz ohne Zucker gibt es nicht zu kaufen, damit die Hefebakterien etwas zu futtern haben. Damit ich aber nicht noch die Färbung durch  Maltrose, Maltodextrose etc. dazu kaufe, besorge ich mir jetzt das Brotbackrezept meiner Cousine, die mich prompt in der letzten Woche mit selbstgebackenem Brot verwöhnt hat, das nur ein wenig Zuckerrübensirup enthält. So kommen manche Antworten zu mir.

Von den Süßigkeiten fehlt mir am meisten die Schokolade. Mein Trostmittel. Allerdings mache ich neue Erfahrungen im Umgang mit Schokolade, Eis und Co:

  1. Don´t make it, fake it: Ich habe mir mehrfach vorgestellt, dass ich Süßes esse: Beispielsweise auf einer Fahrradtour zu einem Platz an der Elbe (dem Zollenspieker Fährhaus), an dem ich mir meistens ein Eis oder ein Schokobrötchen gönne. Dort habe ich visualisiert, wie ich ein Eis esse. Ich reiße die Packung auf, entferne das Papier. Die Spitze des Eises stecke ich in den Mund. Ich spüre die süße milchig-cremige Masse. Lecker! Langsam lutsche ich das Eis, während mein Blick über die Elbe wandert. Bei der Eiswaffel angelangt, beiße ich hinein. Knacks! Die Waffel schmeckt herrlich süß. Abschließend genieße ich in der Spitze der Waffel die dort eingespritzte Schokolade, die sich mit der knusprigen Waffel verbindet. Es ist hochinteressant, wie genau ich mir das alles vorstellen kann. Und sehr befriedigend! Als ich dann an der Elbe ankomme, ist es dort so voll, dass mir der Appetit vergeht. Auch ohne zuckerfasten hätte ich mich da nicht angestellt. So kommt es doch immer wieder anders als eine denkt.
  2. Alternativen finden: Stattdessen fahre ich weiter an der Elbe entlang und zu einem süßes Kaffee, der “Riepenburger Mühle”. Dort trinke ich in einer wunderschönen Schale meinen Milchkaffee – ohne Zuckerkruste – schaue in die Natur und merke: Mir fehlt: Nichts!

3. Stellvertreter-genießen: Erstaunlich: Ich “faste fröhlich”, obwohl ich im ersten Fastenbeitrag solche Bedenken hatte: ich kaufe meinem Sohn gerne sein Eis. Gehe gerne mit der Freundin Kuchen essen – und bleibe bei meiner Schale Milchkaffee. Was es mir so leicht macht: ICH habe mich dafür entschieden. Mache es freiweillig. Ganz anders wäre es, wenn eine Krankheit mir den Verzicht angeordnet hätte. So ist es meine freie Entscheidung, eine Erfahrung zu machen. Und fröhlich kann ich Anderen das Ihre lassen. Das erstaunt mich.

Die Unterstützung des “Engels für spirituelle Kraft und Umsetzung” ist noch nicht bei mir angekommen. Da finde ich es unterstützend, was in dem 2. Fastenbrief des “Andere Zeiten”-Teams steht:

“Manchmal weiß man einfach noch nicht, was werden soll. Wir brauchen Frei-Räume und Zeiten für Fragen, die noch keine Antwort haben. Fasten heißt loslassen. Zur Ruhe kommen. Den gewohnten Lebensplan aus der Hand geben. Einmal die Pausen bewohnen und die Leere.”