3. Woche: Die Regenbogenbrücke zu neuen Wegen

“Wenn du anfängst, mein Lied zu singen, wirst du sterben. Es wird dich hinaustragen über alle Ordnungen und dein bisheriges Leben. Windschnell trägt es dich über die Grenzen des Todes hin zur Wiedergeburt. Auf einer Regenbogenbrücke tanzt du den Geist des Frühlings, gekleidet in den Farben der Unsterblichkeit. (…) Du tanzt und träumst vom Aufbruch und von Reisen, von erfrischend neuen Wegen.”

Cambra Skadé, “Shamal”

                                

Es ist “Bergfest”, Halbzeit. Langsam bekomme ich eine Ahnung, wohin die Reise geht. Eine Teilnehmerin meiner Coaching-Gruppe hat es mit Cambras Skadés Bild der “Regenbogenbrücke” auf den Punkt gebracht: “Als Kind war ich verrückt, auf meine Art eigen. Dafür wurde ich verhauen und das nicht zu knapp. Heute nehme ich das Ver-rückt-sein wieder zu mir und habe die Freiheit, es zu leben.” Ja, genau!, denke ich in Bezug auf mein Projekt `Auf Zucker verzichten und die Süße des Lebens erkunden´: Als Kind hatte ich begrenzte Möglichkeiten, die Süße des Lebens zu spüren. Ich war angewiesen auf die Möglichkeiten meines Umfeldes. Diese habe ich, größer werdend, übernommen.

Warum kam dann niemand und hat gesagt: “Herzlichen Glückwunsch, Du hast die Möglichkeiten, die die anderen Dir geben konnten, kennengelernt. Jetzt bist Du erwachsen und kannst all das wieder in Frage stellen, neu mischen, Deine eigenen Ingredienzen hinzufügen und in der Alchmie der Wandlung das DEINE darin finden!”? Die Übergangsrituale fehlen. Auch als Erwachsene sind wir mit Anpassungsleistung beschäftigt.

Aber jetzt, da ich in meine Wechsel- und Wandeljahre komme, gehe ich über die Regenbogenbrücke. Lasse das Alte in mir steben. Stelle alles in Frage. Nehme mein inneres Mädchen an die Hand und sage: “Du willst die Süße des Lebens kosten? Prima, da bist Du bei mir sehr richtig. Ich habe sooo viele Möglichkeiten dafür. Du und ich, wir zusammen können das machen, was uns wirklich wichtig ist. DU hast die Ideen. ICH habe die Möglichkeiten der Umsetzung.” Und so nehmen die Kleine und die Große sich an der Hand und tanzen über die Regenbogenbrücke. Sind hingerissen von den Geschmacksexplosionen bei Müsli mit geriebenem Apfel, weißem Joghurt und flüssiger Sahne. Tanzen lachend durch den Frühling, stimmen in das fröhliche Lied der Vögel ein, brüten mit ihnen neue Ideen aus, feiern den Wandel, malen die Buntheit des Frühlings in den Himmel und auf Papier. Alt geworden, neu geboren, Lebendigkeit erneuernd. Die zweite Fastenhälfte nutzen um die “erfrischend neuen Wege” zu erträumen, zu erforschen. Es bleibt spannend!